Netzwerk deutsche Gesundheitsregionen (NDGR) – Wissen.Innovation.Region

Wissen.Innovation.Region: Unter diesem Label organisierte das NDGR auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit vom 6. bis 8. Juni 2018 einen Gemeinschaftsstand mit 17 Ausstellern.

Am 6. Juni ging es in einer Diskussionsrunde um die Zukunft der integrierten Versorgung - inhaltlich und gesundheitspolitisch ein Ladenhüter, aber ein immer noch ungelöstes Problem. Dr. Helmut Hildebrandt von der OptiMedis präsentierte ein 3-Punkte-Sofortprogramm zum Barriereabbau zugunsten einer patientenzentrierten integrierten Versorgung:

  • Klare Zielsetzungen der Politik, dass bis zum Jahr 2025 10 Prozent und bis zum Jahr 2030 25% der deutschen Bevölkerung in regionalen Verträgen zur integrierten populationsorientierten Versorgung bei der Erhaltung ihrer Gesundheit unterstützt und über alle Sektoren hinweg gut versorgt werden sollen;
  • einen gesetzlichen Auftrag an das Bundesversicherungsamt, sich um den Ausbau der integrierten Versorgung und die Erfüllung der vorgegebenen Quote zu kümmern;
  • ein Initiativrecht für regionale Akteure „vor Ort“ für den Ausbau der integrierten Versorgung auf der Basis von Regionalanalysen, die durch das Bundesversicherungsamt zur Verfügung gestellt werden müssen - und eine Begründungspflicht für Kostenträger, wenn sie solche Verträge ablehnen.

Könnten solche Schritte helfen, der integrierten Versorgung neuen Schub zu geben?

Ja, so die Antwort der Diskutanten auf dem W.I.R.-Stand. Medizinisch, ethisch und für die Nachhaltigkeit unseres Gesundheitssystems seien diese Schritte notwendig. Aber man solle noch weiter gehen! Gerade bei psychischen Erkrankungen, bei Multimorbidität im Alter und anderen komplexen Erkrankungen sei eine über die einzelnen Sektoren hinweg auf den gesamten Versorgungsprozess bezogene integrierte Versorgung nachweislich überlegen. Das gelte sowohl hinsichtlich der Ergebnisse für die Patienten wie aber auch bezüglich der Kosten für die Gesellschaft. Der Gesetzgeber solle dies deshalb zur Verpflichtung machen. Dazu gehöre dringend eine Harmonisierung der verschiedenen Finanzierungsquellen auf der regionalen Ebene. An die Leistungserbringer vor Ort richtete sich der Appell zugunsten einer patientenzentrierten Versorgung: Nutzt die Möglichkeiten der digitalen Techniken zur besseren Integration der Versorgung über alle Sektoren hinweg! 

Die Diskussionsrunde des NDGR beim Hauptstadtkongress hat deutlich gemacht, dass das Netzwerk eine Plattform ist, auf der zukunftsweisende Konzepte erörtert werden. Die Aufmerksamkeit der Politik und der wirtschaftlichen Akteure zeichnet sich ab.

Willkommen

Gesundheitswirtschaft im Aufbruch

In der Gesundheitsbranche vollzieht sich derzeit ein grundlegender Perspektivwechsel. Statt als Kostenfaktor, der Wirtschaft und Arbeit belastet, präsentiert sie sich als Wachstumsbranche und Innovationstreiber mit herausragender Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Dieser Paradigmenwechsel sowie die weltweit steigende Nachfrage nach gesundheitsbezogenen Produkten und Dienstleistungen haben mehrere Regionen in Deutschland dazu motiviert, ihre einschlägigen Kompetenzen zu identifizieren, weiterzuentwickeln und nach innen wie außen zu profilieren. Die Regionen der Gesundheitswirtschaft zielen darauf:

  • sich zu besonders innovativen und leistungsfähigen Standorten für gesundheitsbezogene Kompetenzen und Angebote zu machen,
  • die gesundheitliche Lebensqualität und Versorgung engagiert und wegweisend zu verbessern,
  • mehr überregionale und internationale Nachfrage nach gesundheitsbezogenen Angeboten zu mobilisieren,
  • die Beschäftigung in ihren gesundheitsbezogenen Einrichtungen und Unternehmen deutlich zu steigern.

Diese Ziele und Handlungsfelder werden die Arbeit des Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen e. V. in den nächsten Jahren prägen. Dabei wird das Netzwerk den Austausch und die Zusammenarbeit mit Verbrauchern und Patienten, mit Wirtschaft und Politik wie auch mit der breiten Öffentlichkeit suchen.

Durch die Kooperationen im Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen
e. V. soll das Bild der Gesundheitswirtschaft geschärft werden – sowohl in der nationalen Wahrnehmung wie vor allem auch in der außenwirtschaftlichen Perspektive. „Als Medizin- und Technologiestandort ist Deutschland international außerordentlich wettbewerbsfähig, diese PS müssen wir durch überregionale Kooperationen auf die Straße bringen“ so der Vorsitzende des Netzwerks Prof. Dr. Josef Hilbert.

Als Dachorganisation für die einzelnen Gesundheitsregionen umfasst das Netzwerk über 1.000 Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft – von der Grundlagenforschung über Forschungs- und Entwicklungsinstitute bis hin zum stationären und ambulanten Versorgungsbereich. Damit ist dieses Netzwerk einmalig in Deutschland – wenn nicht gar weltweit. Das Netzwerk sucht aktiv den Austausch und die Zusammenarbeit mit Verbrauchern und Patienten, mit Wirtschaft, Forschung und Politik wie auch mit der breiten Öffentlichkeit.